Tagesordnungspunkt

TOP 998: Gr√ľndung des Vereins "Bayerischer Odenwald e.V.": Entscheidung √ľber einen Beitritt des Marktes Schneeberg

BezeichnungInhalt
Sitzung:11.09.2019   GR/012/2019 
Beschluss:Abstimmungsergebnis:
Abstimmung: Ja: 11, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

(zuletzt Sitzung am 07.11.2018, lfd.Nr. 0831)

Gr√ľndung des Vereins Bayerischer Odenwald e.V.

Am 09.02.2009 wurde die Touristische Arbeitsgemeinschaft Hessisch-Fr√§nkischer Odenwald (TAG-FO) mit den St√§dten Amorbach, Erbach und Michelstadt sowie den Gemeinden Mossautal, Kirchzell, Laudenbach, Schneeberg und Weilbach gegr√ľndet. Ziel der TAG-FO war die Tourismusf√∂rderung im Gebiet der genannten Mitgliedskommunen. Durch die Kooperation sollten finanzielle und personelle Ressourcen geb√ľndelt werden, um den damals sp√ľrbaren R√ľckgang im Tourismus aufzuhalten und eine Kehrtwende einzuleiten. Die TAG-FO arbeitete erfolgreich und es konnten zahlreiche Projekte, wie z.B.: Verbesserung der G√§steinformation und G√§stebetreuung, B√ľndelung von Marketingaktivit√§ten sowie Entwicklung buchbarer Angebote erzielt werden.

 

Dennoch stellte man fest, dass sich insbesondere touristische Leistungsanbieter und Akteure mit der Gebietskulisse nur schwer identifizieren konnten. Es wurde die Überlegung angestoßen, unter dem Dach der Odenwald Tourismus GmbH die Gebietskulissen der TAGs neu zu strukturieren.

 

Zun√§chst wurden die Ziele und Strategien aus dem Tourismuskonzept 2008 mit den m√∂glichen zuk√ľnftigen Handlungsfeldern und deren Herausforderungen √ľberpr√ľft. Es wurden Ideen und L√∂sungsans√§tze erarbeitet. Es wurde festgehalten, dass wir den Odenwald auf Basis klar definierter Alleinstellungsmerkmale als Nr. 1 f√ľr Kurzreise- und Tagesausflugsdestination f√ľr die Ballungsr√§ume Rhein-Main und Rhein-Neckar und als attraktives Reiseziel f√ľr lange Urlaubsreisen in definierten Einzelsegmenten profilieren. In den f√ľr uns relevanten Zielgruppen (‚ÄěTraditionalisten/Best Ager‚Äú & Familien mit Kindern <14 Jahren), Zielm√§rkten und Themen streben wir nach h√∂chstem Erlebnis- und Erholungswert im Wettbewerb.

 

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Der Odenwald im Herzen Europas, in der Mitte Deutschlands zieht Gäste an aus nah und fern. Wir sind touristisch gut aufgestellt und haben gemeinsam viele Konzepte auf den Weg gebracht, die gleichermaßen den Tourismus fördern, als auch unsere Region weiterentwickelt.

 

Bringt man die Kompetenzzuschreibungen des Odenwalds und das Interesse der Odenwaldbegeisterten Zielgruppen zusammen, so ergeben sich vorrangig die Themenfelder: Wandern, Radfahren, Gesundheit, Naturerlebnis, historische Bauwerke und kulturelle Sehensw√ľrdigkeiten sowie regionaltypischer Genuss.

 

Wir sind somit Kultur-, Natur-, Aktiv- und Genussregion. Dies ist eine gute Ausgangsbasis. Wichtig ist hierbei nur, dass wir kommunales Kirchturmdenken abbauen und unseren Blick √ľber kommunale und Landesgrenzen hinweg weiten.

 

Aus dieser √úberlegung heraus wurde, aufbauend auf das von der Firma Projekt M erarbeitete touristische Marketing- und Organisationskonzept, die Touristische Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Odenwald (TAG BO) mit der Stadt Amorbach sowie den Kommunen Kirchzell, Laudenbach, R√ľdenau, Schneeberg und Weilbach im Jahre 2013 in Kooperation und mit Unterst√ľtzung durch das F√ľrstenhaus zu Leiningen und des Geo-Naturparks Bergstra√üe-Odenwald unter Tr√§gerschaft der Odenwald Tourismus GmbH gegr√ľndet.

 

Diese Arbeitsgemeinschaft nahm zun√§chst ihre Arbeit im Alten Rathaus der Stadt Amorbach auf und zog dann nach Umbau des ehemaligen vom F√ľrstenhaus zu Leiningen betriebenen Abtei-shops in die dortigen R√§ume um.

 

Der Bayerische Odenwald bringt mit seiner Natur- und Kulturgeschichte sowie der Lage am Main ein erg√§nzendes Regionalprofil in die vorhandenen Tourismusorganisationen Odenwald, Churfranken und Geo-Naturpark ein. Wir haben viele Pfunde mit denen wir wuchern k√∂nnen. Aber das allein reicht heute nicht, um als Urlaubsort attraktiv zu sein und zu bleiben. Wir m√ľssen mit Qualit√§t statt Quantit√§t punkten. Ein wichtiger Baustein ist hierbei auch der Geo-Naturpark Bergstra√üe-Odenwald. Dieser vereint eine reizvolle Landschaft zwischen dem UNESCO‑Welterbe Grube Messel im Norden, √ľber den Odenwald hinweg bis zum Neckartal im S√ľden. An Orten mit herausragender geologischer, geschichtlicher oder naturr√§umlicher Ausstattung finden wir Geopark-Infozentren wie auch in der TAG BO. Hochmotivierte, engagierte und fachlich gut ausgebildete G√§stef√ľhrer tragen dazu bei, die G√§ste mit den Besonderheiten des Odenwaldes auf m√∂glichst unterhaltsame und spannende Weise vertraut zu machen. Die Bilanz belegt bereits in jungen Jahren eine kontinuierliche Aufw√§rtsentwicklung, die wohl auch manche Optimisten bei der Gr√ľndung der TAG BO nicht f√ľr m√∂glich gehalten haben.

 

Bei der TAG BO handelt es sich um einen Zusammenschluss einer Arbeitsgemeinschaft und nicht um eine normierte Unternehmensform. Dies wiederum zwängt die TAG BO in ihrer Arbeitsstruktur ein, lässt keine staatlichen Förderanträge oder Beitritte zu bayerischen Verbänden zu.

 

Ein Verein dagegen erm√∂glicht der TAG BO eine vertragliche Grundlage f√ľr die Erhebung von Mitgliedsbeitr√§gen und somit mehr Planungssicherheit im Vergleich zu den bisherigen freiwilligen Zusch√ľssen der Kommunen. Au√üerdem sollen k√ľnftig auch Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, Wirtschaftsunternehmen, Vereine und Privatpersonen als Mitglieder akquiriert werden, um den finanziellen Handlungsspielraum zu erweitern.

 

Dem Gemeinderat liegen die Entw√ľrfe f√ľr die Beitragsordnung als auch f√ľr die Satzung des Vereins vor.


Beschluss:

Die Touristische Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Odenwald soll durch die Gr√ľndung eines eingetragenen Vereins eine eigene Organisationsstruktur erhalten. Zweck des Vereins mit dem Namen ‚ÄěBayerischer Odenwald e.V.‚Äú ist die allgemeine F√∂rderung von Tourismus und Wirtschaft im Vereinsgebiet durch Marketingma√ünahmen.

Der Gemeinderat beschlie√üt, dass sich die Gebietsk√∂rperschaften als Gr√ľndungsmitglieder an der Gr√ľndung des Vereins ‚ÄěBayerischer Odenwald e.V.‚Äú beteiligen.

Die Stadt Amorbach, in der sich das Informationszentrum Bayerischer Odenwald befindet, zahlt einen Mitgliedsbeitrag von 50.000 ‚ā¨/Jahr.

Der j√§hrliche Mitgliedsbeitrag der anderen Gebietsk√∂rperschaften betr√§gt gem√§√ü Beitragsordnung 4.000 ‚ā¨.

Der Markt Schneeberg stimmt der beigef√ľgten Satzung des Vereins ‚ÄěMarketinginitiative Bayerischer Odenwald e.V.‚Äú zu und tritt diesem als ordentliches Mitglied bei.


Diskussionsverlauf:

1. Bgm. Kuhn erl√§utert, dass die Organisationsstruktur Bayerischer Odenwald e.V. so √§hnlich wie Churfranken e.V. aufgebaut werden soll. Leider gibt es wenig Gastronomie in Schneeberg und es fehlen Unterk√ľnfte f√ľr G√§ste. Die Kellerfreunde sind Vorreiter im touristischen Angebot in Schneeberg. Das Buchungssystem Odenwald funktioniert gut und ein Zusammenwirken in der Region ist unbedingt erforderlich. Es √§ndert sich der j√§hrliche Beitrag von derzeit 3.000 ‚ā¨/Jahr auf 4.000 ‚ā¨/Jahr.

 

3. Bgm. Pfeiffer fragt nach dem Personal.

 

1. Bgm. Kuhn erkl√§rt, dass das Personal unver√§ndert bleibt. Der Landkreis beteiligt sich √§hnlich wie bei Churfranken mit 24.000 ‚ā¨/Jahr.

 

GR Kiel sagt, dass laut Satzung Amorbach den L√∂wenanteil √ľbernimmt und alle anderen 4.000 ‚ā¨. Jedoch k√∂nnen lt. der Satzung auch zus√§tzliche Mittel angefordert werden. Er fragt, wie von au√üen Geld hereinkommen kann und ob st√§ndig Nachforderungen an die Vereinsmitglieder kommen werden.

 

1. Bgm. Kuhn erklärt, dass die Beiträge von der Mitgliederversammlung beschlossen werden. Schneeberg hat als Mitglied das Recht, auszutreten, wenn das Konzept gar nicht mehr passt.

 

GR Speth legt dar, dass es ein Riesenvorteil ist, wenn Vereine F√∂rdergelder beantragen k√∂nnen. Im vorliegenden Fall sind die B√ľrgermeister im Vorstand und bei Beitragserh√∂hungen haben die Mitglieder Mitspracherecht. Buchungen lassen sich online einfach durchf√ľhren, gezielte Werbem√∂glichkeiten bestehen. Ferienwohnungen k√∂nnen √ľber das Portal angeboten werden. Er sieht nur Vorteile, speziell in Schneeberg.

 

GR Wöber meint, dass man mit dem Verein breiter aufgestellt ist und u.a. den Fahrradtourismus verstärken könnte.