Tagesordnungspunkt

TOP 945: Bebauungsplan "Erweiterung Schulstra├če": Ergebnisse der Gutachten ├╝ber Schall- und Geruchsimmissionen f├╝r Bereich 2

BezeichnungInhalt
Sitzung:17.05.2019   GR/007/2019 
Beschluss:Abstimmungsergebnis:
Abstimmung: Ja: 11, Nein: 0
DokumenttypBezeichnungAktionen

Sachverhalt:

(zuletzt Sitzung am 24.04.2019, lfd.Nr. 0942.3)

Das Geruchs- und L├Ąrmgutachten von der Firma W├Âlfel, H├Âchberg, liegt den Mitgliedern des Marktgemeinderates vor.

Laut der Bewertung des L├Ąrmgutachtens sind durch Spitzenpegelereignisse im Tagzeitraum keine kritischen Situationen zu erwarten. Im Nachtzeitraum kann durch eine Abfahrt von den Pkw-Stellpl├Ątzen nord├Âstlich des Vereinsheims und insbesondere durch das damit verbundene T├╝renschlagen der Spitzenpegel im Rahmen von seltenen Ereignisse ├╝berschritten werden. Der f├╝r die Nacht nach Tab. 37 der Parkplatzl├Ąrmstudie empfohlene Mindestabstand von Parkpl├Ątzen mit Nachtnutzung zu Immissionsorten in Allgemeinen Wohngebiet von 28 m wird durch die im Bebauungsplan ausgewiesene Baugrenze deutlich unterschritten.

 

Auf Grundlage der Ergebnisse k├Ânnen L├Ąrmkonflikte durch die heranr├╝ckende Wohnbebauung nur ausgeschlossen werden, wenn

 

  • durch organisatorische Ma├čnahmen daf├╝r gesorgt wird, dass im Nachtzeitraum auch im Rahmen von seltenen Ereignissen (Feiern) keine Pkw-Parkbewegungen auf den Stellpl├Ątzen des Anlagengel├Ąndes erfolgen

oder

  • durch Grundrissoptimierung bei evtl. Bauvorhaben im Baufeld 11 die Entstehung von Immissionsorten in den von ├ťberschreitungen betroffenen Bereichen vermieden wird

oder

  • die Baugrenze im nordwestlichen Bereich des Baufeldes Nr. 11 um ca. 4 m von der Flurst├╝cksgrenze einr├╝ckt.

 

Ansonsten weisen die beiden Gutachten nach, dass durch die Aufstellung des Bebauungsplanes keine erheblichen Bel├Ąstigungen bzw. sch├Ądliche Umwelteinwirkungen zu erwarten sind.

 

Die beiden Gutachten wurden an die Abteilungen Immissionsschutz und Bauleitplanung des Landratsamtes weitergeleitet und beurteilt:

 

Die prognostizierten Geruchsimmissionen durch den zu Grunde gelegten Betrieb der Reitanlage der ÔÇ×Pferdefreunde Schneeberg e.V.ÔÇť betragen in einer H├Âhe von 1,5 m ├╝ber Gel├Ąndeoberkante (GOK) maximal 4,5 %. Das Maximum der Geruchsimmissionen liegt im nordwestlichen Bereich des Plangebietes. In Abh├Ąngigkeit von den meteorologischen Gegebenheiten vor Ort k├Ânnen demzufolge Ger├╝che im Plangebiet wahrnehmbar sein, was die GIRL mit einer zul├Ąssigen Geruchsstundenh├Ąufigkeit von 10 % in Misch- und Wohngebieten ausdr├╝cklich zul├Ąsst. Die Anforderungen der GIRL k├Ânnen gem├Ą├č dem Gutachten somit als erf├╝llt betrachtet werden und es sind aus lufthygienischer Sicht keine sch├Ądlichen Umwelteinwirkungen zu erwarten.

Aus der Sicht des Immissionsschutzes erscheinen die Ausf├╝hrungen des Gutachters zur Untersuchung der Geruchsimmissionen durch den Betrieb des benachbarten Reitvereins plausibel.

 

Bei den Ger├Ąuscheinwirkungen durch den Betrieb des benachbarten Reitvereins auf das Planungsgebiet werden die Fenster in der S├╝d-Ost-Fassade w├Ąhrend der Veranstaltungen als dauerhaft geschlossen angenommen. Die L├╝ftung erfolgt bei Bedarf ├╝ber die von den Immissionsorten abgewandten Fenster. Die Eingangst├╝re befindet sich auf der s├╝d├Âstlichen Geb├Ąudeseite und wird im Nachtzeitraum als geschlossen angenommen.

Spitzenpegel:

Im Rahmen der Sonderveranstaltungen (Feiern) pro Jahr k├Ânnen ├ťberschreitungen nicht ausgeschlossen werden. Die Immissionsrichtwerte der 18. BImSchV f├╝r seltene Ereignisse werden durch die Beurteilungspegel im Tag- und Nachtzeitraum hingegen eingehalten. Es d├╝rfen maximal 18 Veranstaltungen (Feiern) pro Jahr stattfinden. Der angegebene Rahmen von ca. 10 Veranstaltungen (Feiern) pro Jahr sollte nicht ├╝berschritten werden.

Aus der Sicht des Immissionsschutzes kann dem geplanten Vorhaben zugestimmt werden, wenn durch Verpflichtungen/Vereinbarungen mit dem Reitverein die Annahmen gew├Ąhrleistet werden k├Ânnen und durch die Einhaltung einer von den oben genannten drei Ma├čnahmen L├Ąrmkonflikten durch die heranr├╝ckende Wohnbebauung entgegengewirkt wird.


Beschluss:

Der Marktgemeinderat beschlie├čt die Baugrenze im nordwestlichen Bereich des Baufeldes Nr. 11 um ca. 4 m von der Flurst├╝cksgrenze einzur├╝cken. (siehe Gutachten W├Âlfel Anhang Seite B 19) und eine verk├╝rzte ├Âffentliche Auslegung gem. ┬ž 4 a Abs. 3 BauGB durchzuf├╝hren, um die betroffene ├ľffentlichkeit ├╝ber das Gutachten und die ├änderung des Bebauungsplanes zu informieren.


Diskussionsverlauf:

GR Dolzer erkundigt sich, ob dem Reiterverein dadurch Nachteile entstehen und sie private Vereinbarungen treffen m├╝ssen.

1.Bgm. Kuhn teilt mit, dass die Angaben vom Reiterverein stammen und in das Gutachten mit eingeflossen sind.